Leinenführigkeit - es muss gelernt sein! 

Viele Leute fragen mich, wie es möglich ist, dass auch ihr Hund ganz entspannt an der Leine geht oder fragen mich, wieso ihr Hund dieses nicht tut. Die Frage müsste eigentlich anders lauten: Wie habe ich meinen Hund beigebracht, dass er an der Leine zieht ? 


Der Hund hat von Anfang an gelernt, dass es gut ist an der Leine zu ziehen 

Ich gebe zu, auf den ersten Blick klingt es paradox. Wenn wir aber genauer hinschauen, bringen wir unseren Hunden schon ganz früh bei, dass in die Leine ziehen etwas Gutes ist. Dieses machen wir nicht bewusst, sondern resultiert aus unseren Erwartungen, die der Hund aber noch nicht erfüllen kann. Nehmen wir als Beispiel einen Welpen, der das erste Mal in Kontakt mit Leine und Halsband/Geschirr kommt. Wir erwarten nun, dass er mit uns ganz entspannt spazieren geht. Für den jungen Hund ist es aber unnatürlich, durch eine Leine in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt zu sein. Der Welpe geht also neugierig seinen Weg, um die Welt zu erkunden. Da er irgendwann von der Leine gestoppt wird- die jetzt auf Spannung ist- versucht er dieses Hindernis mit aller Macht zu überwinden und versucht weiter fort zu kommen. Spätestens jetzt ist der optimale Zeitpunkt, dem Welpen beizubringen, dass er mit so einem Verhalten nicht weiter kommt. In den meisten Fällen gehen wir aber mit dem Welpen- immer noch ziehend- mit, dass er dahin kommt wo er hin wollte. Und schon lernt der Welpe, dass er nur stark genug Druck erzeugen muss, um dahin zu kommen, wo er hin wollte. Es ist also ein selbstbelohnendes Verhalten, welches sehr schnell in den ersten Wochen ritualisiert wird. Für den Hund muss also die Leine auf Spannung sein, um voran zu kommen. 

Der Einstieg: Das richtige Verhalten an der Leine lernen

 Optimaler Weise gewöhne ich meinen jungen Hund spielerisch an Leine Halsband/ Geschirr. Ein kurzes Spiel, ein kleiner Trick bringt den jungen Hund dazu, die Leine nicht als Einschränkung wahrzunehmen. Für die Spaziergänge in der ersten Zeit ist eine lange Schleppleine optimal. Der Welpe kann so die Welt erkunden, ohne dass die Gefahr besteht, dass er im Eifer des Gefechts anfängt in die Leine zu ziehen. 

Wurde von dem Hund erkannt, dass auch ich als Mensch draußen spannend bin und es sich lohnt auf mich zu achten, wird die kurze Leine für die Spaziergänge genommen. 

 Wenn der Hund kein Welpen mehr ist...

Bei erwachsenen Hunden, die keine Leinengewöhnung bekommen haben, ist die Herangehensweise identisch. Da das Ziehen aber schon lange eingeübt worden ist, braucht es vom Halter viel Geduld und liebevolle Konsequenz, bis die gewünschte Leinenführigkeit vom Hund gelernt worden ist. Es geht vor Allem darum, dem Hund zu zeigen, dass ihm das Ziehen nichts bringt- er also nicht voran kommt- aber mit einem entspannten Verhalten belohnt wird, in dem der Spaziergang weitergeführt wird. Auch hier ist es wichtig, dass der Hund lernt auf mich als Halter zu achten und es sich für ihn lohnt mir zu folgen. Da die Bedürfnisse des erwachsenen Hundes mehr ausgeprägt sind als bei einem Welpen, ist es ratsam, auch bei einem Leinenführigkeitstraining auf die Bedürfnisse des Hundes einzugehen. Dieses erfordert natürlich auch für mich als Mensch viel Übung. 

Dranbleiben lohnt sich! 

Das - zum Teil passive Training- kann durchaus sehr zäh für den Menschen sein. Gerade die Anfangszeit benötigt man ganz viel Geduld und Durchhaltevermögen. Es kommt einem sogar manchmal so vor, als ob das ganze Training nichts bringt. Hier ist aber Durchhalten angesagt. Es wird der Moment kommen, in dem der Hund verstanden hat, dass die gespannte Leinen weder ihm noch seinem Herrchen/ Frauchen etwas bringt und es viel angenehmer für alle ist, gemeinsame Spaziergänge mit entspannter Leine zu genießen. 


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